Integrale Aufstellungen 6: Das Lösungsbild in der Business- und Familienaufstellung

Eine Lösung in einer Aufstellung zeigt sich an den Wahrnehmungen der Stellvertreter – der Coach selbst kennt die Lösung nicht. Systemisch professionelles Handeln ist immer von der Einsicht geprägt, dass letztlich nur der Klient selbst aus seinem eigenen System eine Lösung für sich entwickeln kann.

Der Stellvertreter des Klienten selbst spielt in der Aufstellung eine besondere Rolle: Seine Wahrnehmungen leiten den Moderator an, Schritt für Schritt innerhalb der Aufstellung einen guten Platz für den Klienten zu finden.

„Die Erfahrung, welche Vorgehensweisen und Schritte mit größerer Wahrscheinlichkeit wann mehr bewegen können als andere, kann ein Aufsteller nur mit wachsender Zahl angeleiteter Aufstellungen erwerben, und dann auch ist sein Vorangehen oft wie ein tastendes Probehandeln im Dunkeln, und Umwege gehören immer dazu.“ (Gunthard Weber)

Ergibt sich ein Bild, das für das anfangs bestimmte Anliegen eine Klärung darstellen kann, empfiehlt der Coach dem Klienten, selbst in die Aufstellung einzutreten und die Stelle seines Repräsentanten einzunehmen. So kann er die Lösungskonstellation, die er zuvor nur von außen von außen gesehen hat, für sich selbst wahr- und mitnehmen.

Nicht immer kann in einem Aufstellungsprozess ein hundertprozentiges Lösungsbild geschaffen werden. Oft sinkt bei komplexen Bildern (sowohl beim Klienten als auch bei den Stellvertretern) mit der Zeit die Aufnahmefähigkeit; Familienstellen ist ein Vorgang, der von allen Beteiligten hohe Konzentration und entsprechende Energie verlangt. Bevor der Prozess zum Stillstand kommt, muss der Aufstellungsleiter reagieren. Auch ein „unfertiges“ Lösungsbild birgt in der Regel wertvolle Informationen für den Klienten.

„Organisationsaufstellungen, die nicht bis zu einem abgerundeten Lösungsbild ausgeführt werden, (entfalten) oft eine ähnlich gute Wirkung (…) wie Aufstellungen mit einer geschlossenen Gestalt. Unvollendete Aufstellungen lösen intensive Suchprozesse aus, und häufiger (…) finden die Aufstellenden dann Lösungen.“ (Gunthard Weber)

Abschließend löst der Klient seine Stellvertreter wieder ab: Das geschieht rituell mit Handschütteln und einem Dank für die geleistete Arbeit.

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