In integralen Aufstellungen setzt der Klient unter Anleitung des Coaches Teile seines persönlichen Systemes in Szene. Das kann mit Figuren oder Personen („Stellvertretern“) geschehen. Aufstellungen können auch in der Gruppe, etwa in einem Team Workshop, durchgeführt werden.
Das innere Bild eines Klienten oder einer Gruppe wird durch die Stellvertreter sichtbar gemacht: der Klient kann Rückschlüsse auf sein System, auf die Grenzen seines Systemes, auf ungelöste Konflikte und Verhaltensmuster ziehen.
Mit dieser Methode können im Business Umfeld Probleme und Themen, die Teams, Arbeitsgruppen, Abteilungen oder Unternehmen betreffen, simuliert, analysiert, bearbeitet und gelöst werden. Diese Themen („Anliegen“) können allgemeiner Natur (Ziele, Konflikte, Geschäftsbeziehungen) sein, aber durchaus auch konkrete Fragen enthalten. Mit Integralen Aufstellungen wird die Wechselwirkung zwischen den Teilen eines Systemes aufgezeigt und dem Klienten eine Lösung vor Augen geführt.
Dabei geht es nie um „Warum“ Fragen. Es sollen keine Schuldigen gesucht, sondern Probleme lösungsfokussiert angegangen werden. Ganz nebenbei zeigt sich im Lauf einer Aufstellung auch das Zusammenspiel der Teilnehmer und erlaubt so Rückschlüsse auf „gewohnte“, nicht offen sichtbare Strukturen.
Es gibt vier Grundformen von Business- und Familienaufstellungen: erstens die „Externe Gruppe“, bei der Teilnehmer zufällig (beispielsweise für einen „Offenen Aufstellungsabend“) zusammenkommen. In solchen Aufstellungen können persönliche Anliegen und Konflikte bearbeitet werden, da durch die Anonymität der Gruppe ein gewisser Schutz der Intimsphäre besteht. Viele Klienten sorgen sich trotzdem darum, dass ihre Privatsphäre in solchen zufällig zusammengewürfelten Gruppen in Gefahr ist – wer garantiert, dass man sich nicht in einer anderen Situation wieder trifft? Außerdem besteht bei solchen Aufstellungen stets die Gefahr, dass ungeübte Stellvertreter ein “Rolle spielen” und damit eigene unbearbeitete Themen in das System des Klienten tragen.
Zweitens die „Integrale Gruppe” nach der 12coaches-Methode, zu der nur ausgebildete Coaches eingeladen werden, die jeweils Stellvertreterrollen, Nacharbeit und Coaching übernehmen. In einem „geschützten Raum“, der auf professioneller Schweigepflicht ruht, kann der Klient auf erfahrene Stellvertreter vertrauen und den Coach für seine Aufstellung selbst wählen. Diese „freie Leiterwahl“ ist vor allem themenabhängig und unterscheidet oft zwischen männlichen oder weiblichen Coachs.
Ein Merkmal der 12coaches-Aufstellungen ist, dass stets mit einem „Co-Leiter System“ gearbeitet wird: Dem Aufstellungsmoderator steht ein zweiter Coach zur Seite, der die Achtsamkeit und Konzentration des Leiters unterstützt.
Drittens „Interne Gruppen“ im Rahmen von Teamworkshops. Im vertrauten Miteinander machen Aufstellungen zu persönlichen Konflikten keinen Sinn. Hier geht es eher um Geschäftsbeziehungen, die Zusammenarbeit im Team und mit anderen Abteilungen.
Hier hat sich die „Strukturaufstellung“, die Matthias Varga von Kibéd entwickelte, bewährt: In so genannten „Zielaufstellungen“ werden nicht Personen, sondern Begriffe wie „Hindernisse“ und „Ressourcen“, in Entscheidungssituationen „Das Eine“, „Das Andere“ und „Keines von beiden“ durch Stellvertreter aufgestellt.
Viertens die „Einzelarbeit“ mit einem Klienten. Hier wird mit Platzhaltern aufgestellt, oft sind das Zettel, die auf den Boden gelegt werden; Figuren auf einem Brett (“Systembrett”) oder etwa Schuhe, die Menschen repräsentieren.
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